Prüfer im Unternehmen

Meine eigene Prüfung zum Mediengestalter habe ich vor gut 16 Jahren abgelegt. Damals kam auch ein Prüfer in den Betrieb. Seit dem ist viel passiert. Für Druckereien und Agenturen habe ich seit dem gearbeitet und sitze heute im Marketing der VIEROL AG. Seit 2017 bin ich offiziell als ehrenamtlicher Prüfer für die IHK Oldenburg unterwegs.

Praktische Prüfung
Als Prüfer im Bereich der Mediengestalter habe ich im wesentlichen zwei Aufgaben: Zum einen wäre da das Betreuen der Prüflinge während der praktischen Prüfung. Dazu besuchen über 40 Prüfer und ich die Auszubildenden vor Ort in ihren Betrieben. Dabei überprüfe ich, ob der Prüfling die ihm gestellten Aufgaben auch eigenständig lösen kann. Zudem kann ich Hilfe zum Verständnis der Aufgaben anbieten und schaue mir das Arbeitsumfeld an. Für die Auszubildenden ist das teils sehr aufregend, wenn „der Prüfer kommt“. Aber schnell wird klar, wir kommen in den Betrieb, um die Azubis ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten – die Bewertung dessen, was der Prüfling während seiner praktischen Prüfung erstellt, erfolgt erst später.

Auswertung
Die zweite Hauptaufgabe: das Auswerten der theoretischen und praktischen Prüfungen. Die Theorie ist für alle Prüflinge identisch, der ZFA (Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien) gibt die Aufgaben und deren Lösungen zentral für das gesamte Bundesgebiet vor. Die Auswertung von Theorie und Praxis erfolgt gemeinsam mit allen Prüfern und den Berufsschullehrern der Azubis. Am spannendsten sind für mich die Ergebnisse der praktischen Aufgaben. Da ich meine Ausbildung mit dem Schwerpunkt auf Print gemacht habe, schaue ich mir entsprechende Prüfungen an. Für Azubis aus dem Bereich „Online“ machen das andere Prüfer, die entsprechende Experten auf dem Gebiet sind. In Teams von drei bis vier Prüfern nehmen wir uns immer ein Werkstück vor und bewerten die Idee, die Gestaltung, die verwendeten Techniken und prüfen auch, ob alle Anforderungen der Prüfungsaufgabe erfüllt worden sind. Ein extra Team prüft sogar die eingereichten Daten auf deren „Druckfähigkeit“. Am Ende vergeben wir Punkte für jede Kategorie und machen stichpunktartige Vermerke, warum wir so und nicht anderes geurteilt haben.

Wichtigkeit
Mein Arbeitgeber stellt mich für diese Prüfungstermine zwei mal pro Jahr frei – und das ist sehr wichtig, denn auch zu unseren Azubis kommen Prüfer während der Arbeitszeit. Es ist ein Geben und Nehmen und ich bin sehr froh meinen Beitrag leisten zu können. Prüfer werden kann übrigens jeder, der den entsprechenden Beruf erlernt hat und schon eine Weile Berufserfahrung sammeln konnte. Die Bewerbung erfolgt bei der IHK und diese beruft einen – eine Eignung vorausgesetzt – zum Prüfer.

Stephan Krüger